Verwindungssteifigkeit, Positionierung und ebene Flächen  


Die Verwindungssteifigkeit von Flanschen hat einen großen Einfluss auf die erforderliche, minimale Flächenpressung am Mittelpunkt zwischen zwei Schrauben einer Flanschverbindung. Dies hat auch großen Einfluss darauf, welche Flächendichtung für diese Verbindung geeignet ist. Wo eine adäquate Biegesteifigkeit beibehalten wird, können weiche Flächendichtungen und nicht aushärtende flüssige Flächendichtungen verwendet werden.

Bei der Entscheidung welche Flächendichtungsoption für Ihr Design geeignet ist, unabhängig von der Verwindungssteifigkeit des Flansches, müssen auch die erforderlichen/möglichen Abstände zwischen den Schrauben und deren Positionierung sowie die daraus resultierende Spannungsverteilung berücksichtigt werden. All diese Faktoren beeinflussen einander und Ihre Auswahl des Flächendichtungsmaterials unvermeidlich.

Bei herkömmlichen Flächendichtungen sind die Oberflächenbeschichtung und -beschaffenheit ein zusätzlicher wichtiger Faktor. Denn die anfängliche Druckbelastung, die erforderlich ist, um die Flächendichtung an die Unregelmäßigkeiten der Flanschoberfläche anzupassen, nimmt mit einer raueren Oberflächenbeschichtung zu. Obwohl die Oberflächenbeschichtung nicht vernachlässigt werden darf, wird diese bei der Verwendung einer flüssigen Flächendichtung weniger wichtig. Für weitere Details konsultieren Sie bitte den Design Guide für Flächendichtungen, den ich Ihnen auf Anfrage gerne zukommen lasse.

Es gibt viele verschieden Arten von flüssigen Flächendichtungen, die sich in der Anwendungsart, Aushärtemethode und Aushärtezeit sowie Technologie unterscheiden:

  • FIP- (Formed-In-Place) Flächendichtungen werden gebildet, indem eine Raupe des Dichtstoffs aufgetragen wird oder dieser durch Siebdruck verteilt wird. Die Teile werden dann noch im nicht ausgehärteten Zustand zusammengefügt. 
  • CIP- (Cured-In-Place) Flächendichtungen werden gebildet, indem eine Raupe des Elastomers auf einen Flansch aufgetragen wird, die aushärtet bevor die Flansche zusammengefügt werden. Die Flächendichtung wird dann durch den Gegenflansch komprimiert, um die Dichtung zu formen.
  • IIP- (Injected-In-Place) Flächendichtungen sind flüssige Flächendichtungen, die nach Zusammenfügen der Verbindung in eine Rille zwischen den Flanschen eingespritzt und dann ausgehärtet werden.
  • MIP- (Moulded-In-Place) Flächendichtungen werden direkt auf einen der zusammenzufügenden Teile gegossen, üblicherweise in eine Rille.

Die Besonderheiten und Vorteile der unterschiedlichen Methoden folgen in den nächsten Artikeln.



Flächendichtungen 
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